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Haushaltsplan für 2026 beschlossen

Datum: 05.12.2025

Stadtverordnete setzen Zielmarken / Herausforderungen durch sinkende Zuweisungen und Gewerbesteuereinnahmen

Die gute Nachricht zuerst: Hennigsdorf steht auf einem soliden finanziellen Fundament. Die Stadtverordnetenversammlung hat am 2. Dezember 2025 den Haushaltsplan für das kommende Jahr mit einigen Änderungen und die Investitionen bis 2029 mehrheitlich beschlossen und damit den Grundstein gelegt für eine kontinuierliche Haushaltswirtschaft in der 27.000 Einwohner zählenden Kommune.

Der Ergebnishaushalt weist Gesamterträge – noch ohne die Änderungsanträge der Stadtverordneten - in Höhe von 73 Millionen Euro auf. Damit liegen die Erträge aus der laufenden Verwaltungsarbeit aber gut 6,8 Millionen Euro unter den nötigen Gesamtaufwendungen für die Stadt in Höhe von 79,8 Millionen Euro. Im Finanzhaushalt mit einem Gesamtbetrag von 76 Millionen Euro klafft ein Loch gegenüber den Auszahlungen in Höhe von sieben Millionen Euro.

Die besonderen Herausforderungen liegen laut Kämmerer Matthias Krüger in einer Balance aus stagnierenden Erträgen und steigenden Aufwendungen. Im Vergleich zu 2025 erhöhen sich die Schlüsselzuweisungen, die vom Land kommen. Im Gegenzug aber ist mit weniger Gewerbesteuererträgen zu rechnen. Zahlungen von Landkreis und Land für die Betreuung der kleinsten Mädchen und Jungen bei sinkenden Kinderzahlen fallen entsprechend niedriger aus. Auch weniger Elternbeiträge werden deshalb eingehen.

Um Klarheit über die Entwicklung für nächsten Jahre zu bekommen, will Hennigsdorf mit einem Demografiebericht, der zeitnah erstellt werden soll, verifizierbare Daten errechnen lassen. Das schlägt auch auf künftige Entscheidungen nieder – zum Beispiel bei der Sanierung von Kindertagesstätten, Horten oder Schulen. Objektkosten bei den vielen Einrichtungen der Stadt machen einen großen Anteil der Ausgaben aus – sowohl im Unterhalt als auch beim Erhalt.

Aufwendungen, um die Vielzahl an Aufgaben der Kommune umsetzen zu können, müssten sinken. „Wir müssen die finanzielle Handlungsfähigkeit der Kommune dauerhaft sichern“, stellt Matthias Krüger klar.

Investitionen werden 2026 konsequent verstetigt, betont Bürgermeister Thomas Günther: „Wir bauen keine Luftschlösser.“ Zu den wichtigen Markern zählen der Fortgang der Digitalisierung sowohl in den Grundschulen als auch innerhalb der Verwaltung. Digitale Tafeln und iPads gehören längst zum Alltag der Schülerinnen und Schüler, benötigen aber auch Pflege. Kita- und Musikschul-App sind Alltag. Das digitale Rathaus ist längst keine Zukunftsmusik mehr, wie das Einführen der digitalen Rechnungen oder die Online-Beantragung von Kita-Platz bis Hundesteuer zeigen. Größere IT-Sicherheit, Nutzen von künstlicher Intelligenz in der täglichen Arbeit, E-Akte und digitale Prozessdokumentation sind Schlagworte der nahen Zukunft.

Die Höhe der Kreisumlage verändert sich im kommenden Jahr nicht. 14,7 Millionen Euro gibt Hennigsdorf im kommenden Jahr in den Kreishaushalt, das sind sogar 2,3 Millionen Euro weniger als 2025. 16,1 Millionen Euro sind es dann im Jahr darauf.
Aus dem Bundes-Investitionsprogramm wird Hennigsdorf in den kommenden zwölf Jahren 9,7 Millionen Euro erhalten. Diese Mittel sollen unter anderem in das neue Feuerwehrgerätehaus fließen, aber auch in den Stadtteil Nord, der mit erheblichen Fördermitteln in den kommenden Jahren einer kräftigen Frischekur unterzogen wird, damit sich Bewohnerinnen und Bewohner wohlfühlen können. Die genannten Vorhaben gehören zu den Herzensprojekten von Bürgermeister Thomas Günther, „weil sie zeigen, wofür wir einstehen“, wie er betont.

Zahlreiche Investitionen befinden sich in der aktuellen finanziellen Realisierung. Der Kämmerer spricht von einer Bugwelle von 12,3 Millionen Euro in Hennigsdorf. Daher werden die neuen Investitionsvorhaben vorsichtiger angegangen. Dennoch sind zahlreiche Baumaßnahmen im Jahr 2026 vorgesehen. Zu nennen ist hier die neue Kompostieranlage am Friedhof, die mit einer Million Euro 2026 für die Planung und 1,5 Millionen Euro im Folgejahr für den Bau zu Buche schlägt.

Die Dachsanierung der Fontane-Grundschule samt Photovoltaik-Anlage steht an. Da bisherige Kredite, die für die neue Schwimmhalle angefallen waren, stetig abgezahlt werden, sinkt die Pro-Kopf-Verschuldung 2026 auf 592,57 Euro in Hennigsdorf. 100.000 Euro stehen 2026 für die Umsetzung der Projekte des Bürgerhaushalts bereit. Dazu gehören auf dem Wunschzettel der Hennigsdorferinnen und Hennigsdorfer ein großes Kinderfest, Sonnensegel auf Spielplätzen oder ein neuer Seniorenführer.

Die Stadtverordneten aus allen Fraktionen hatten dennoch einige Wünsche, die in den Fachausschüssen diskutiert wurden. Dazu gehörte ein Antrag zur Finanzierung der Nachbarschaftstreffs und sozialer Angebote in Hennigsdorf zum Fortführen der wichtigen Arbeit der gemeinnützigen Projektgesellschaft PuR gGmbH um 189.000 Euro auf nun 480.000 Euro, aber auch nach mehr Geld für den Schüleraustausch mit den Städtepartnern. Für die Verdopplung des Zuschusses an den Stadtsportverband stimmte die Mehrheit des Gremiums. Diese Zahlen finden noch Eingang in das Gesamtwerk mit einem Umfang von 370 Seiten.