Bürgermeister unterstützt Stahlwerker
Proteste zum Erhalt der Arbeitsplätze im Hennigsdorfer Elektrostahlwerk mit klaren Forderungen
Es ist 5 vor 12 – gut 150 Menschen gingen deshalb an diesem Freitag, 5. Dezember 2025, vor dem Rathaus Hennigsdorf auf die Straße. Ganze Familien mit Kind und Kegel waren da, auch Delegationen aus dem Alstom-Werk Hennigsdorf, aus Eisenhüttenstadt, Brandenburg oder Berlin.
Seit zwölf Monaten sind die meisten Mitarbeitenden des Hennigsdorfer Elektrostahlwerks (HES) in Kurzarbeit. Nur ab und zu wurde und wird im Walzwerk gearbeitet. Stahl fließt nicht aus den Schmelzen. Bisher fehlen klare Aussagen der Riva-Gruppe zur Zukunft des Werkes. Das könne so nicht weitergehen, fordert die IG-Metall-Bevollmächtigte Stefanie Jahn. „Ihr habt mehr verdient!“
Neben der Industriegewerkschaft Metall und dem Betriebsrat dieses großen Hennigsdorfer Traditionsbetriebes kamen auch zahlreiche Arbeitende anderer Betriebe, um zu protestieren und Solidarität zu zeigen an diesem verregneten Nachmittag. Sie zeigten klar Flagge.
Auch Bürgermeister Thomas Günther gehörte zu den Rednern. „Wir stehen an eurer Seite. Seit 1917 wird in Hennigsdorf Stahl hergestellt – und das soll auch so bleiben“, betonte das Stadtoberhaupt.
„Wir haben um den Industriestrompreis und niedrigere Netzentgelte mit euch gerungen, euch politisch unterstützt. Nun fehlen deutliche Signale zum Aufbruch. Wie soll es weitergehen? Wir verlangen klare Antworten!“, so seine Forderung.
Mehr als 500 Arbeitsplätze sind bedroht. Da könne man nicht zusehen und schweigen. Die Brisanz der Lage sei wohl jedem klar.
Auch der Stahlwerker-Traditionsverein war da. Vorsitzender Klaus Höckel rief den Teilnehmenden der Kundgebung zu: „Wir müssen laut sein!“
Die Mitarbeitenden zogen deshalb mit Flyern über den Weihnachtsmarkt, der nach der Kundgebung eröffnet wurde. Stahlwerker verteilten ihre selbst gedichteten Sechszeiler und suchten das Gespräch. Ihr klare Forderung und die der IG Metall sowie aller Betroffenen für die Öffentlichkeit in Hennigsdorf und im ganzen Land Brandenburg lautet: „Hennigsdorf muss Stahlstadt bleiben!“