Inhalt

Mikro-Chips in tonnenschweren Maschinen

Datum: 16.04.2026

Bürgermeister und Wirtschaftsförderin besuchen Tresky Automation GmbH Hennigsdorf

Der studierte Maschinenbauer und Geschäftsführer Daniel Schultze hat in Brandenburg und darüber hinaus längst einen Namen. Zunächst 2013 in Glienicke/Nordbahn angesiedelt, seit 2017 im Innovationsforum an der Neuendorfstraße ansässig, konnte die Tresky Automation GmbH vor einigen Jahren sogar schon den Innovationspreis des Landes Brandenburg einheimsen.

Grund genug für Bürgermeister Thomas Günther und Wirtschaftsförderin Ines Hübner, einmal zu schauen, wie sich der 30-köpfige Betrieb, der mit mikrometer kleinen Chips in tonnenschweren Maschinen umgeht, entwickelt hat. Mit dabei auch Sylvia Becker vom Life Science Cluster Hennigsdorf.

Daniel Schultze, heute 53 Jahre alt, hielt nicht hinter dem Berg. Bei einer Führung über die 1.500 Quadratmeter große Betriebsstätte erläuterte Schultze, wie hochgenau gearbeitet werden muss und an welchen Verfahren er mit seinen Ingenieuren und Technikern aktuell feilt. Auch eine sechsstellige Investition in einen Reinraum bereitet er gerade vor.

Sogenannte Bestückungsautomaten, die alle selbst entwickelt werden, transportieren Chips mit millionenfach enthaltenen Informationen manuell, computer- und kameragesteuert. Später kommen diese in der 5G-Kommunikationstechnologie, in Operationssälen oder in E-Mobilen und Windrädern zum Einsatz. Nicht nur die Materialien sind hochsensibel, auch die Auftraggeber.

Die Tresky GmbH kann jährlich bis zu 30 dieser Maschinen bauen. Dabei müssen die kleinsten Teile dauerhaft mit anderen Bauteilen verbunden werden. Dann spricht der Fachmann von bonden. Dies geschieht über Wärme und Luft sowie mit Substraten und Spezialklebern. Die sehr hohen Ansprüche der Leistungselektronik sind dabei stets im Blick zu behalten. Unterschiedliche Schaltkreise kommen auf kleinste Flächen.

Das verlangt höchste Präzision und stabile Bedingungen. „Wir bewegen uns bei den Chips in einem Bereich von 2,5 bis drei Mikrometern“, beschreibt der Firmenchef. Ein menschliches Haar weist 80 bis 100 Mikrometer auf, ein Sandkorn 90. Die Gäste zeigten sich beeindruckt ob dieser Mini-Ausmaße und schauten mit Vergrößerungsglas konzentriert auf Test-Platinen.

Staubpartikelfreie Räume sind nötig, um alles zu montieren. Jede Verunreinigung ist schädlich. Schultze spricht von einer Industrie 4.0. Er fährt zu Messen, hat Partner und baut doch die meisten Teile selbst. Eine Maschine besteht aus bis zu 4.000 Einzelteilen. Längst ist der Meister seines Faches im Forschen und Denken noch weiter.

Die Bedingungen in Hennigsdorf, berichtet der Chef, seien gut. Unterstützung erhofft er sich für den Aufbau eines Solardaches, um die energieintensiven Bereiche der Firma mit Strom speisen und weitere Ladestationen für die eigenen E-Fahrzeuge aufbauen zu können. Bei Kooperationen mit Hochschulen der Region sucht er Nachwuchskräfte, begeistert junge Tüftler oder betreut deren Magisterarbeiten. Kontakt zur Präsenzstelle der Hochschulen O-H-V | Velten sei vielleicht hilfreich, so Sylvia Becker.

Insgesamt, so schätzt Schultze im Gespräch mit Bürgermeister und Wirtschaftsförderin ein, sei Vernetzung überaus wichtig. In der International Semiconductor Alliance ist Schultze Gründungsmitglied und kooperiert hier mit anderen kleineren Betrieben in diesem Segment.

„Zu wissen, wo wir unterstützen und dem Betrieb im Einzelfall auch helfen können, nützt dem Standort und bindet uns enger. Auch deshalb werden wir nun regelmäßig in Betriebe schauen und das Gespräch mit den Unternehmern suchen“, stellte Wirtschaftsförderin Ines Hübner fest.

Bürgermeister Thomas Günther, selbst einst als Maschinenbauer gestartet, staunte nicht schlecht über die Errungenschaften und Zukunft der Halbleitertechnik. „Was heute mit tonnenschweren Geräten federleicht transportiert wird, steckt in allen wichtigen Produkten der Neuzeit von der Luft- und Raumfahrt bis zur Medizintechnik. Hier wird in Dimensionen gearbeitet, die man kaum mehr erfassen kann. Das ist wirklich beeindruckend, so eine Firma am Standort Hennigsdorf zu haben.“

Gesucht werden aktuell Elektrotechniker und Industriemechaniker. Alles Wichtige an Informationen gibt es außerdem auf www.tresky.de.