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Wie will Hennigsdorf in Zukunft heizen?

Datum: 11.11.2025

Auftrag für kommunale Wärmeplanung vergeben / Bis 2027 Abschluss der Strategie

Mit der Wärmedrehscheibe machte Hennigsdorf vor acht Jahren Furore. Dafür gab es Preise und deutschlandweit Beachtung. Doch wie will Hennigsdorf in Zukunft heizen? Wie sieht die Wärmeversorgung in 20 Jahren aus? Wie nachhaltig können Wärmequellen aussehen und erschlossen werden? Welche Investitionen sind nötig? Um diese Fragen zu untersuchen und eine Strategie für die Zukunft zu haben, hat die Stadt nun die Firmen B.A.U.M. Consult GmbH und das Institut für Energietechnik IfE GmbH ins Boot geholt. Alle Fäden laufen bei Projektkoordinatorin Anna Kroschel zusammen.

Doch ohne Protagonisten vor Ort geht es nicht. Ziel ist eine flächendeckende, kosteneffiziente und sparsame sowie bezahlbare treibhausgasneutrale Wärmeversorgung – so das Landes- und Bundesziel - bis zum Jahr 2045. Definiert ist es im Gesetz zur kommunalen Wärmeplanung und in den Vorgaben des Gebäudeenergiegesetzes. Die Hennigsdorfer Wärmeplanung soll Ende 2027 stehen. Neben den Energieversorgern und Netzbetreibern treten Kommunalpolitik, Stadtverwaltung, Gebäude-Eigentümerinnen und –Eigentümer mit Fachleuten und Planern in den Austausch.

Nach einer Bestandsanalyse wird das Potenzial untersucht, ehe konkrete Ziele formuliert und Maßnahmen definiert werden können. Die kommunale Wärmeplanung bietet Orientierung, in welchen Teilen des Stadtgebiets vorrangig welche Art der Wärmeversorgung eingesetzt werden sollte und stellt damit eine wesentliche Grundlage für die Versorgungs- und Stadtplanung dar.

Dazu sollen die Bürgerinnen und Bürger mit ins Boot geholt werden. Sie sollen nicht nur Daten und Fakten zu ihrem Verhalten liefern, sondern am Ende auch die abgeleitete Strategie mittragen. Eine gute Kooperation aller Beteiligten ist dafür nötig. So findet die Nachhaltigkeitsstrategie ebenso Eingang wie Stromnetzplanungen. Eine fundierte Datengrundlage mündet begleitet von umfangreichen Kommunikations- und Marketingmaßnahmen später in eine gemeinschaftlich getragene kommunale Wärmeplanung.

Bei den Überlegungen werden insbesondere die Stadtwerke Hennigsdorf, die e.dis und Netzgesellschaften von EMB über NBB, die Wohnungsbaugesellschaften, Behörden und Träger öffentlicher Belange sowie die Politik beteiligt. Im Prozess können sich die Bürgerinnen und Bürger einbringen, dazu wird es auch öffentliche Veranstaltungen und Workshops geben. Kurz-, mittel- und langfristige Ziele werden diskutiert und öffentlich erläutert. Das Ganze gleicht einem Langstreckenlauf und keinem Sprint.

„Wir möchten, dass sich die Hennigsdorferinnen und Hennigsdorfer mitgenommen fühlen“, sagt Bürgermeister Thomas Günther. „Hennigsdorf kann auf eine gut ausgebaute Fernwärmeversorgung setzen und versorgt schon heute 80 Prozent aller Haushalte. Wir haben unsere Hausaufgaben gemacht. Um langfristig den Klimawandel aber einzudämmen, setzen wir nun auf das Engagement vieler vom Energieerzeuger über den Hauseigentümer hin zum Netzbetreiber.“ Wärme mache deutschlandweit 50 Prozent des Energieverbrauchs aus. Investitionen in die Zukunft seien da wohlüberlegt anzugehen.

Deshalb setzt die Stadt mit ihren Partnern nun ganz stark auf die Beteiligung der Bürgerinnen und Bürger. Es soll einen breiten Dialog geben. Lokales Wissen und Anregungen sind gefragt. Es geht um effiziente Lösungen für ganze Quartiere, aber auch um individuelle Lösungen, um die Kosten für jeden Einzelnen gering zu halten. Wirkungsvoll könne laut Thomas Günther die kommunale Wärmeplanung nur mit Unterstützung aller hier Lebender, Arbeitender und Produzierender sein.

  • Kontakt: Andrea Harupa, Fachdienstleiterin Stadtplanung, Telefon 03302 877217