Und es fließt
Exakt vor 30 Jahren, am 22. Dezember 1995, sind die Vertreter aus den Landkreisen Havelland und Oberhavel eine Partnerschaft mit den Berliner Wasserbetrieben eingegangen und haben eine gemeinsame Gesellschaft - die Klärwerk Wansdorf GmbH - gegründet. Die Umsetzung der Aufgaben für die Errichtung und Unterhaltung des neuen Klärwerks, sowie des Schmutzwasserüberleitungssystems Oranienburg sollte gemeinsam erfolgen.
Die Gesellschaft gehört zu 51 Prozent den Gemeinden Falkensee, Hennigsdorf, Oranienburg und Velten sowie dem Trink- und Abwasserzweckverband Glien, 49 Prozent halten die Berliner Wasserbetriebe AöR. Schon damals war man sich unabhängig von den Eigentumsverhältnissen einig, dass sich die Kapazität und der Betrieb der Anlage am Wachstum der Brandenburgischen Gemeinden orientieren sollte.
Kamen anfangs, nach Inbetriebnahme der Kläranlage am 5. Juli 1999, noch fast zwei Drittel des Abwassers aus Spandau, so hat sich das Verhältnis bis heute schrittweise umgekehrt: der Großteil des Abwassers kommt aus dem Land Brandenburg. Kein Wunder, sind seither doch unzählige neue Wohngebiete entstanden, wurden Leitungen verlegt und zentrale Systeme installiert. Weitere Ausbauten auch in die Kläranlage werden folgen müssen.
Die Kläranlage Wansdorf, mit einem Einzugsgebiet von 200.000 Einwohnern, ist aus Brandenburger Sicht die größte Anlage und aus Sicht des Gesetzgebers eine Anlage der höchsten Größenklasse. Damit konnte in ihrem Umfeld nicht nur auf den Bau von gemeindlichen Klärwerken verzichtet werden, sie unterliegt auch den strengsten Vorgaben für die Reinigungsleistung. Diese dienen der Qualität des Havelkanals, in den das gereinigte Wasser fließt.
Die Gesellschafter haben im Jahr 2024 eine mittel- und langfristige Strategie für die Entwicklung der Klärwerk Wansdorf GmbH beschlossen. Dieses Konzept sieht eine Kapazitätserweiterung der Kläranlage in zwei Stufen vor: Im ersten Schritt wird die Anlage auf 40.000 Kubikmeter Abwasser pro Tag ertüchtigt, gefolgt von einer Erweiterung auf 50.000 Kubikmeter pro Tag in einer zweiten Phase.
Die Umsetzung der ersten Stufe beginnt planmäßig im Jahr 2026 mit der Erarbeitung einer Bedarfsplanung. Ein weiterer bedeutender Fortschritt ist die bereits in Umsetzung befindliche Flockungsfiltrationsanlage. Mit diesem hochmodernen Verfahren werden neue Standards in der Abwasseraufbereitung in der Region gesetzt. Die weiteren Elemente der neuen kommunalen Abwasserrichtlinie (KARL) werden nach Umsetzung der Richtlinie in die Zukunftskonzeption integriert.