Schiedsperson Martin Bruschke gewürdigt
Richterin Astrid Wirth hat sich quasi selbst in die Stadtverordnetenversammlung Hennigsdorf eingeladen, wie sie lachend betont. Die amtierende stellvertretende Direktorin des Amtsgerichts Oranienburg hat eine Urkunde dabei, die Frank Stark, Präsident des Landgerichts Neuruppin stellvertretend für die Landes-Justizverwaltung unterzeichnet hat. Sie ist für Martin Bruschke, der sich in seiner eher zurückhaltend-sachlichen Art dafür bescheiden bedankt.
"Es ist ein hartes Brot am Anfang, der Erfolg stellt sich viel später ein", kommentiert Wirth die Arbeit im Ehrenamt als Schiedsperson in Hennigsdorf Nord. Gemeinsam mit Kerstin Gröbe, die in der Stadt bekannt ist, versieht Bruschke schon seit zehn Jahren diesen Dienst für ein friedvolles städtisches Miteinander.
Dabei, so würdigt Bürgermeister Thomas Günther diese Arbeit, seien Lösungen außerhalb von Gerichten bei Nachbarschaftsstreitigkeiten oder in manchmal höchst menschlichen Auseinandersetzungen nur mit viel Erfahrung möglich. Einvernehmliche Lösungen sind das Ziel. Und Michael Wobst, der Vorsitzende der Stadtverordnetenversammlung Hennigsdorf, ergänzt: "Sie zeigen mustergültig, wie man im Ehrenamt Verantwortung übernimmt."
Dabei ist der 44-jährige Familienvater, der als Beamter in der Berliner Justiz arbeitet, mit seinen Kenntnissen in Baufragen und auf vielen weiteren Wissensgebieten jemand, der sich in Ruhe und mit großer Gründlichkeit ein Bild von der Sache macht, ehe er die Streithähne geflissentlich mit Fachkenntnis und großem Verständnis in der Sache davon abhält, sich vor einem Gericht wiederzusehen. Das entlastet nicht nur die Arbeit der Richterin, wie Astrid Wirth sagt, sondern lässt die Stadtgesellschaft weitestgehend friedlich zusammenstehen. Bruschke sei niemand, der sich wegduckt, so Wobst. Als gebürtiger Hennigsdorfer kenne er die Stadt und ihre Kanten aus dem Effeff.
Den kleinen Obolus, den Bruschke und Gröbe für ihre ehrenamtliche Aufgabe erhalten, spenden beide außerdem für Einrichtungen wie Frauenhaus Oberhavel oder Kinderhospiz. Auch das würdigen die Laudatoren.