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Hilfe und Tipps zur Grundsteuer-Reform

Datum: 31.05.2022

Finanzämter verschicken Briefe an Eigentümer und fordern Online-Daten zum Grundbesitz

Ob Grundstücksbesitzende oder Hauseigentümer – jeder bekommt dieser Tage Post vom Finanzamt. Dabei werden auch die Adressaten in Hennigsdorf über die Reform der Grundsteuer informiert und aufgefordert, bis zum 31. Oktober 2022 eine sogenannte Grundsteuerwerterklärung beim zuständigen Finanzamt abzugeben. Hintergrund der Reform ist, dass das bisherige Grundsteuermodell vom Bundesverfassungsgericht gekippt worden ist und nun neu aufgestellt werden muss.

Im Moment wird die Grundsteuer in ostdeutschen Ländern noch aufgrund von Daten aus dem Jahr 1935 erhoben. In den westdeutschen Ländern werden Werte aus dem Jahr 1965 für die Berechnung herangezogen. Da das oft nicht dem tatsächlichen heutigen Wert entspricht und im Vergleich von Grundstücken zu Verwerfungen führt, möchte der Gesetzgeber die Grundsteuer neu regeln.

Die Grundsteuer gehört zu den ältesten Steuerarten und dient der Erfüllung städtischer Aufgaben, zum Beispiel für den Bau und Unterhaltung von Straßen, Radwegen, Schulen und Bibliotheken. 

Allein in Brandenburg sind von der anstehenden Grundsteuer-Reform 1,6 Millionen Grundstücke betroffen, die neu bewertet werden müssen. Die Grundsteuerwerterklärung muss zwischen dem 1. Juli bis 31. Oktober 2022 auf elektronischem Weg beim Finanzamt eingehen. Für die elektronische Abgabe kann auch das kostenlose Angebot der Steuerverwaltung „Mein ELSTER“ genutzt werden. Hier geht es zur Anmeldung für den persönlichen ELSTER-Zugang.

Wer keinen Computer hat?  Kann seine Angaben auch in Papierform beim Finanzamt abgeben. Die notwenigen Formulare gibt es ab 20. Juni 2022 zum Herunterladen auf der Internetseite grundsteuer.brandenburg.de oder als Papiervordruck im Finanzamt.

Welche Informationen werden abgefragt? Benötigt werden bisherige Einheitswertbescheide und Aktenzeichen, Grundbuchauszüge der Grundstücke, der Bodenrichtwert, die Grundstücks- und Wohnflächen sowie das Baujahr der Gebäude. Hier geht es zur Liste Liste der angeforderten Daten.

Die meistgestellte Frage: Muss ich künftig mehr Grundsteuer bezahlen? Grundsätzlich soll die Reform aufkommensneutral gestaltet sein, das heißt, dass sie von den Kommunen nicht genutzt werden soll, um darüber mehr Steuern einzunehmen. Unter dem Strich könnte man sagen: Einige werden weniger bezahlen, andere wiederum mehr. Es soll nach den tatsächlichen Werten der Immobilien einfach ein gerechteres System werden. Hat die Gemeinde 2024 den neuen Hebesatz beschlossen, verschickt sie die ab dem 1. Januar 2025 geltenden Grundsteuerbescheide.

Wo gibt es Unterstützung? Das zuständige Finanzamt Oranienburg bietet in nächster Zeit verschiedene Informationsveranstaltungen an, unter anderem auch in Hohen Neuendorf am 2. Juni 2022 um 10 Uhr, 13 Uhr und 16 Uhr. Die Veranstaltungen finden im Hohen Neuendorfer Ratssaal in der Oranienburger Straße 2 statt. Sie dauern etwa 2 Stunden, der Eintritt ist kostenlos. Eine telefonische Anmeldung beim Finanzamt Oranienburg ist erforderlich Montag bis Freitag in der Zeit von 9 bis 15 Uhr unter der 03301 857 7500. (Übersicht über weitere Veranstaltungen)

Hier gibt es weitere Hilfe:
Die Servicestellen der Finanzämter unterstützen bei der Einrichtung eines ELSTER-Benutzerkontos.
Hilfe gibt es auch telefonisch unter der Grundsteuer-Hotline 0331 / 200 600 20.
Auf der Internetseite grundsteuer.brandenburg.de gibt es Antworten auf viele Fragen und dort sind Informationen zu Katasterdaten zum Grundstück erhältlich.
Auf dem Informationsportal Grundstücksdaten ist der geltende Bodenrichtwert abrufbar.
Für weitere Fragen steht der virtuelle Assistent auf steuerchatbot.de zur Verfügung.