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Fragebögen zur Grundsteuer-Reform und Antworten für Eigentümer

Finanzämter verschicken seit Mai Briefe an Grundstücksbesitzer und fordern Online-Daten zum Grundbesitz ab

Ob Grundstücksbesitzende oder Hauseigentümer – jeder bekommt aktuell Post vom Finanzamt. Dabei werden auch die Adressaten in Hennigsdorf über die Reform der Grundsteuer informiert und aufgefordert, bis zum 31. Oktober 2022 eine sogenannte Grundsteuerwerterklärung beim zuständigen Finanzamt abzugeben.

Welche Informationen werden abgefragt? Benötigt werden Grundstücksinformationen, der Bodenrichtwert, die Grundstücksgröße und Wohnflächenzahl sowie das Baujahr der Gebäude. Brandenburg hat ein Informationsportal der Grundstücksdaten angelegt, das sich online einsehen lässt.

Wo gibt es Unterstützung? Auf der Internetseite des Finanzamtes gibt es alle Antworten auf viele Fragen. Auch ein Video mit Erläuterungen ist hinterlegt.

Unter Eingabe der entsprechenden Adresse oder Flurstücksinformationen können außerdem auf dem Informationsportal die gewünschten Grundstücksdaten abgerufen werden.

Hilfe gibt es auch telefonisch unter der Grundsteuer-Hotline 0331 200 600 20.

Wer keinen Computer hat? Kann seine Angaben auch in Papierform zum Finanzamt schicken. Der Papiervordruck lässt sich vom Finanzamt anfordern. Die notwenigen Formulare gibt es seit 20. Juni 2022 zum Herunterladen auf der Internetseite grundsteuer.brandenburg.de. 

Für alle anderen gibt es für die elektronische Abgabe den kostenfreien Link zur Steuerverwaltung „Mein ELSTER“. Hier geht es zur Anmeldung für den persönlichen ELSTER-Zugang.

Die meistgestellte Frage: Muss ich künftig mehr Grundsteuer bezahlen? Hintergrund der Reform ist, dass das bisherige Grundsteuermodell vom Bundesverfassungsgericht gekippt wurde und nun neu aufgestellt werden muss. Im Moment wird die Grundsteuer in ostdeutschen Ländern noch aufgrund von Daten aus dem Jahr 1935 erhoben. In den westdeutschen Ländern werden Werte aus dem Jahr 1965 für die Berechnung herangezogen. Da das oft nicht dem tatsächlichen heutigen Werten entspricht, möchte der Gesetzgeber die Grundsteuer neu regeln.

Die Grundsteuer gehört zu den ältesten Steuerarten und versetzt den Staat in die Lage, notwendige Ausgaben für die Allgemeinheit zu tätigen. Allein in Brandenburg sind von der Reform 1,6 Millionen Grundstücke betroffen, die neu bewertet werden müssen.

Grundsätzlich soll die Reform aufkommensneutral gestaltet sein, das heißt, dass Kommunen versuchen sollen, mit der Verringerung der Hebesätze das Steueraufkommen konstant zu halten. Unter dem Strich könnte man sagen: Einige werden weniger bezahlen, andere wiederum mehr. Es soll nach den tatsächlichen Werten der Immobilien einfach ein gerechteres System hergestellt werden. Die Kommune muss 2024 den Grundsteuer-Hebesatz neu beschließen, damit ab dem 1. Januar 2025 neue Bescheide verschickt werden können.

19.07.2022