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Struktur und Licht verwoben mit Passion

Datum: 23.02.2026

Die Fotografin Dörte Krohn schaut mit munterem Blick auf Alltägliches und setzt es gekonnt in Szene

Der menschenleere Hennigsdorfer Bahnhofstunnel – aufgenommen während der Corona-Zeit. Eine Jugendformation mit Instrumenten in Schwarz-Weiß auf einem gefrorenen Feld – besonders und lebensfroh trotz nahender Eiszeit. Straßenbahn-Oberleitungen durchziehen den Sonnenuntergangs-Himmel von Oslo – beinahe schmerzhaft brennen sich die Strukturen ins Auge des Betrachters, um dort zu verharren.

Diese und andere Fotografien sind aktuell in der neuen Ausstellung „Passion“ mit Arbeiten der Fotografin Dörte Krohn im Hennigsdorfer Bürgerhaus „Alte Feuerwache“ zu sehen. Hier hat die Kultur eine Heimstatt – Vielfalt und Lebensfreude streiten um die Oberhand – von fachkundigen Augen der Mitarbeitenden im Fachdienst Kultur der Stadt ausgewählt und sortiert.

Die letzte Ausstellung der gebürtigen Hennigsdorferin Dörte Krohn im Bürgerhaus gab es 2019. Seit der mit „Wimpernschlag“ überschriebenen Schau hat sich im Leben der im Hauptberuf tätigen Sozialarbeiterin und Mutter viel getan. Diese biografischen Wendungen, das Finden und Formen der eigenen Persönlichkeit mit Ecken und Kanten schlägt sich auch in „Passion“ einmal mehr nieder.

Da sind die Sandkörner in einem Strand in Dänemark, die so viel mehr erzählen als Sonne und Meereswellen. Die einzelnen Elemente im Gesamtgefüge behalten doch ihre griffige Besonderheit, obwohl sie nur zusammen einen Strand ergeben können. Die zerkleinerten Muscheln, Mineralien oder Verwitterungen sind wie das Gesicht eines Menschen durch sein Erleben und die Zeit geformt. Das Schöne und Lebendige muss manchmal erst entdeckt werden. Meditativ atmen die Fotografien von Dörte Krohn genau dieses Besondere im Leben.

Mit viel Liebe zum Detail und den Nuancen zur Unvollkommenheit bilden die Fotografien das Besondere und manchmal doch Offensichtliche ab, um es in die Welt a la Dörte Krohn einzupassen. Die ist bodenständig und wechselhaft zugleich, mit Pausen zum Durchatmen ebenso wie aufregendem Erleben auf Reisen oder unter Freunden. Viele sind zur Vernissage gekommen - Wegbegleiter, Angehörige und Kollegen.

Das Hobby, die Fotografie, ist längst zur Berufung geworden. Das Alltägliche weiß Dörte Krohn mit besonderem Talent in Szene zu setzen. In den Fotos, gern eben auch schwarz-weiß, lässt die 48-Jährige die Strukturen und Formen der Natur für sich sprechen. Sie wartet auf den Augenblick, der wie im Leben, manchmal erst spät um die Ecke schaut.

Wer sich ein eigenes Bild machen möchte, kann bis zum Donnerstag, 2. April, vorbeischauen. Geöffnet ist das Bürgerhaus immer mittwochs von 10 bis 16 Uhr, donnerstags von 14 bis 18 Uhr und am Sonntag, 22. März, außerdem von 14 bis 17 Uhr.

Auch die nächste Ausstellung ist schon in Vorbereitung. Am 9. April öffnet um 18 Uhr die Ausstellung „Tiere und Natur 2.0“ mit Arbeiten von 15 Künstlerinnen und Künstlern aus dem Künstlertreff Velten.