Gestern – heute – morgen in Hennigsdorf
Ausstellung zur Geschichte des Reformrealgymnasiums bleibt bis Jahresende zu sehen
Bürgermeister Thomas Günther und die Wirtschaftsförderin Ines Hübner, die seit einigen Wochen bei der Beteiligungs- und Beratungsgesellschaft mbH neu im Amt ist, spielten sich die Sätze zu. Beim Wirtschaftsempfang 2026 im KreativWerkR6 mit gut hundert geladenen Gästen aus traditionellen Gewerken, neu gegründeten Firmen oder angesiedelten Unternehmen sowie Vertreterinnen und Vertretern der Kommunalpolitik und städtischer Gesellschaften ging es um Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft am Standort Hennigsdorf. Von der Musik mit Sängerin Katharina Luckow und Florian Ernst an der Gitarre bis hin zum Buffett mit Speisen der 1920er-Jahre aus der Region stand alles unter diesem Motto.
Mit einer Ausstellung, die der Historiker Klaus Euhausen gemeinsam mit dem Stadtarchiv Hennigsdorf kuratiert hatte, wird die Historie des Reformrealgymnasiums Hennigsdorf beleuchtet. Auf neun Tafeln erzählt Euhausen die Schulgeschichte Hennigsdorfs, die Pläne des Architekten Eduard Jobs Siedler von 1925, den Bau des Gymnasiums bis hin zu den ersten Reifezeugnissen 1930. Das heutige Alexander-S.-Puschkin-Gymnasium wechselte später in einen Neubau, nutzte aber noch bis in die 1980er-Jahre hinein Räume in dem Haus. Es wird dem Neuen Bauen in der Architektur der Weimarer Republik hin zum Bauhaus-Stil zugerechnet und wurde Ende 2022 nach liebevoller Sanierung als Gründerzentrum, ausgestattet mit Coworking-Space, Büros und Werkstätten sowie Tagungsräumen wiedereröffnet.
Inzwischen haben sich Dienstleister und Kreative angesiedelt, viele Unternehmen, Vereine und Gruppen nutzen die Räume einen Steinwurf vom S-Bahnhof Hennigsdorf entfernt. Und auch die Zukunft des Hauses soll bestimmt sein vom Schaffen und Wirken, von kooperierenden Angeboten bis hin zu inspirierenden Initiativen. Dazu gehören auch die aktuellen Projekte des Stadtplaners Mathias Teuber und Citymanagers Louis Schmidt, die von neuen Ideen ebenso berichteten wie vom Zugpferd Stadtgutschein, der sich zunehmend etabliert und den heimischen Handel ankurbeln will.
Die Gegenwart im Veranstaltungsort KreativWerkR6 ist hingegen bestimmt von zahlreichen Zusammenkünften aller Art der hiesigen Wirtschaft. Von Angeboten für Gründungswillige oder noch Suchende. Workshops, Konferenzen und Seminare gibt es, aber auch Lehrstücke in Sachen Motivation für Selbstständige und/oder Frauen.
Stellvertretend erzählten Frisörmeisterin und Visagistin Marina Aschersleben, Vertriebsleiter Peter Eichler des Traditionsunternehmens Hilzinger GmbH Fenster + Türen sowie der international bekannte Forscher Dr. Andreas Bergmann der 4Teen4 Pharmaceuticals GmbH von dem langen Atem, den es am Markt braucht, von Auf und Abs im Unternehmertum sowie der Rolle guter Vernetztheit lokal und regional.
Genau da setzt auch die neu aufgestellte Wirtschaftsförderung in Hennigsdorf an, die mit der Kooperative zum Life-Science-Cluster-Management und zum Regionalen Wachstumskern O-H-V positive Signale setzen möchte. Von der Vermarktung des Standortes, über kreative Unterstützung bei der Arbeitskräftesuche bis hin zu Veranstaltungen mit verschiedensten Partnern im Austausch untereinander sieht Ines Hübner gemeinsam mit Life-Science-Cluster-Managerin Sylvia Becker vielgestaltiges Potenzial. „Wir haben offene Ohren, wollen rechtzeitig von Bedarfen und Problemen erfahren und setzen da an, um Innovation und Fortschritt nach Hennigsdorf zu hole oder hier zu halten. Auf der anderen Seite sehen wir große bei der Vermarktung der Flächen sowie Angeboten in der Region O-H-V, eng vernetzt mit den Nachbarkommunen“, macht Ines Hübner deutlich. Sylvia Becker ergänzt: "Wir möchten rechtzeitig von Bedarfen und Problemen erfahren und setzen da an, um Innovation und Fortschritt nach Hennigsdorf zu holen oder hier zu halten."
„Der Wirtschaftsempfang 2026 als Podium und Chance war ein gutes Startsignal“, betont Hennigsdorfs Bürgermeister Thomas Günther. „Wir stehen ein für unsere Firmen vor Ort und hoffen auch in der Zukunft auf moderne Technologien, Innovationen und Ideenreichtum made in Hennigsdorf.“
Die Ausstellung zu hundert Jahre Reformrealgymnasium Hennigsdorf ist zu den Öffnungszeiten des Hauses in der Rathenaustraße 6 zu besichtigen.