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Leidenschaft für das Gewöhnliche

Datum: 03.02.2026

Die Fotografin Dörte Krohn schaut mit Begeisterung auf alltägliche Details und setzt sie besonders in Szene

Ihre letzte Ausstellung im Bürgerhaus Alte Feuerwache hat Dörte Krohn 2019 mit „Wimpernschlag“ überschrieben. Nun setzt sie mit „Passion“ und einem neuen Kapitel ihre fotografische Entwicklung fort. Denn die gebürtige Hennigsdorferin hat ihr Hobby, die Fotografie, längst zu einer Berufung werden lassen. Es ist nicht das Offensichtliche, das interessiert, nicht das Glänzende. Es sind die alltäglichen Details, die Dörte Krohn so besonders in Szene zu setzen weiß.

Das Leben hat so manche Kurve eingebaut, gerade hat sie einen lieben Freund und Geschäftspartner verloren. Das „große“ Kind ist beinahe ausgezogen. Ihre Kamera erwies sich in all diesen Momenten als taugliche Therapiehilfe. Die Sozialpädagogin, die seit jeher mit besonderer Kreativität ausgestattet ist, begann schon früh, sich auch künstlerisch auszudrücken.

Ob im Zeichenzirkel bei Lehrer Dr. Fritz Lemme, der ihr Talent förderte, oder am Gymnasium in Hennigsdorf. Sie verlässt es später, um im Oberstufenzentrum in Erfurt den Fachzweig Gestaltung zu belegen. Das tut ihrer Persönlichkeit gut. Sie widersetzt sich gern, braucht freie Linien im Alltag, beult gern die Zeit, die eigentlich zum Lernen gedacht ist, nach eigenem Wohl und Wehe aus. Sie findet ihren eigenen Weg.

Nach einem Farbdesignstudium in Hildesheim kommt sie nach Hennigsdorf zurück. Auf der Suche nach sich, nach ihrem Leben, nach persönlichen Zielen durchläuft sie verschiedene künstlerische und Lebens-Phasen.

Sie malt, töpfert, fotografiert, gibt sich der Natur hin und natürlich ihrer Tochter, dem wichtigsten Menschen in ihrem Leben. Die Arbeit mit Kindern und Jugendlichen in prekären familiären Verhältnissen, mit jungen Geflüchteten lässt sie die Natur und das Leben oftmals in ganz anderem Licht entdecken. Enttäuschungen kann sie ebenso intensiv in ihren Werken einsetzen wie große Lebensfreude.

In farbenfrohen Kleidern mit langen Haaren kennt man sie in Hennigsdorf. Im Spinnennetz-Institut hat sie wichtige Marker gesetzt. Doch eigentlich zieht es Dörte Krohn immer ans Meer und ins Nordische. Dort, wo die Wellen den Sand küssen, wo sich wilde Holzgetüme in den Himmel recken oder abgeriebene Flächen auf Steine drücken, ist ihre Seele zuhause. Hier kommt sie zur Ruhe.

In den Fotos, gern auch schwarz-weiß, lässt die 48-Jährige die Strukturen und Formen der Natur für sich sprechen. Sie wartet auf den Augenblick, der wie im Leben, manchmal erst spät um die Ecke schaut. Aber genau diese meditative Stille, die sie dem stürmischen Alltag entgegensetzt, nimmt den Betrachter mit in ihre künstlerische Welt. So klar wie die Meeresluft atmen die Fotografien das Leben.

Nun zeigt sie ihre besonderen Arbeiten auch ab Donnerstag, 19. Februar 2026, wieder in der Hauptstraße 3 in Hennigsdorf. Vernissage wird um 18 Uhr gefeiert. Zu sehen sind die Arbeiten bis zum Sonntag, 22. März, immer mittwochs von 10 bis 16 Uhr, donnerstags von 14 bis 18 Uhr und an den Sonntagen, 22. Februar und 22. März, jeweils 14 bis 17 Uhr.