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KI auf Schlaglochsuche in Hennigsdorf

Datum: 26.08.2025

Virtuelle Erfassung der Straßen und Stadtmöbel unterstützt Fachdienst

Künstliche Intelligenz hilft dem Fachdienst öffentliche Anlagen in Hennigsdorf künftig bei der Arbeit. Für Christian Schulz, Marco Wollert und Karsten Drobe, die sich um Baustellen, Straßenbeleuchtung, Aufbrüche, Verkehrsbeschilderung oder Brückenbauwerke kümmern, bietet der neue „Kollege“ Effizienz und Gründlichkeit. Die Firma Vialytics GmbH aus Stuttgart, die schon mit 650 Kommunen in sieben Ländern von Deutschland bis in die USA kooperiert, hat das webbasierte Erfassungs- und Bearbeitungssystem entwickelt. Ab sofort ist es auch in Hennigsdorf im Einsatz. Hohen Neuendorf arbeitet damit bereits erfolgreich.

Per Handy und App sowie Kameras und Bluetooth-Knopf am Lenkrad ausgestattet, steuern die Hennigsdorfer Mitarbeitenden des Fachdienstes durch die Stadt. 75 Kilometer Straßen – beidseitig verdoppelt sich die Zahl noch – sind regelmäßig abzufahren. Das Programm erfasst alle vier Meter den Zustand und macht ein Foto – genau gekennzeichnet über GPS. So sind Schlaglöcher, fehlende oder verschmutzte Straßenverkehrsschilder, defekte Schächte oder Wasserabläufe sofort zu erkennen. Zweimal im Jahr, rät Vialytics-Vertreterin Katerina Papamichael zur Einführung, sollte das gesamte Netz in der Stadt virtuell aufgezeichnet werden, um so immer vergleichen zu können, wo es hakt. Die Kommune gibt auf Wunsch ein, was überwacht werden soll. Nach der Befahrung und wenn nötig auch mündlichen Kommentierung der Stellen im Stadtgebiet kann direkt der Auftrag zur Erledigung rausgehen.

Ob Bänke, Spielplätze, Baulücken oder begleitendes Grün – je nach Wunsch kann der Bearbeitende quasi per Knopfdruck und App bestimmen, was die Software erfassen soll. Aus Mängeln werden umgehend Aufträge abgeleitet und erteilt. Was bisher mit Kamera, Notizblock und Stift übermittelt wurde, fließt so auf den PC des Mitarbeitenden im Rathaus und weiter zum Dienstleister, der beispielsweise Schlaglöcher flickt oder Arbeiten im Winterdienst ausführen soll. Straßen, Stadtmöbel und vieles mehr lassen sich so per GPS-Daten managen.

Zusätzlich können Mitarbeitende, die die App auf ihrem Handy haben, auch per pedes die Daten erfassen und übermitteln. Besteht akuter Handlungsbedarf, lässt sich das ebenso vermerken wie ein optimaler Zustand. Der Straßenunterhalt wird so einfacher, das System arbeitet schneller und schafft viel mehr als ein Straßenläufer bisher. Noch dazu wird rechtssicher gespeichert, wer wann und wo die Schäden erfasst hat. Das spielt eine Rolle, falls Schäden zu Unfällen geführt haben oder eine Beweissicherung nötig ist. Zum Beispiel nach erfolgten Straßenaufbrüchen durch Dritte.

Nötige Investitionen sind so außerdem gut nachweisbar und nachvollziehbar. Die Daten bleiben einen längeren Zeitraum gespeichert. Straßenläufer Christian Schulz ist begeistert: „Das System hilft uns sehr und bietet Daten, die auch von anderen im Rathaus nutzbar sind.“ Und Bürgermeister Thomas Günther betont: „Das ist eine echte Arbeitserleichterung und verschafft uns schnell einen Überblick, den man sonst so kompakt gar nicht bekommt.“

13.000 Euro kostet die Nutzung des Systems samt Aufbereiten der erfassten Daten als Leihgebühr jährlich. Aber Christian Schulz ist schon jetzt überzeugt, dass es nach drei Jahren sicher weitergeht. Kennzeichen und Gesichter werden übrigens gepixelt und damit unkenntlich gemacht.