Von Holzindustrie bis Baumechanik
Dritte Ausstellung zur Hennigsdorfer Industriegeschichte eröffnet am 10. September 2026
Zweimal schon konnten sich Hennigsdorferinnen und Hennigsdorfer mit der Industriegeschichte der Havelstadt beschäftigen. Nach dem Stahlwerker Traditionsverein, der 2024 das Stahl- und Walzwerk und seinen Einfluss auf die Entwicklung der Gemeinde von der dörflichen Idylle zum Standort des Elektrostahlwerks mit tausenden Arbeitsplätzen beleuchtete, folgte 2025 das Alstom-Historikerteam den Spuren des Bahn- und Lokomotivbaus von der AEG bis heute am Standort Hennigsdorf.
Nun eröffnet als Teil 3 der Reihe zur Industriegeschichte der Hennigsdorfer Geschichtsvereins seine Schau unter der Überschrift „Arbeiten, Leben und Wohnen in einer Industriestadt“. Vernissage wird am Donnerstag, 10. September, um 17 Uhr im Bürgerhaus, Hauptstraße 3, gefeiert.
Auf 15 Bildtafeln beleuchtet der Verein verschiedene Betriebe, die am Rande der Großindustrie wichtige Ressourcen für das Wachsen der Gemeinde am Rande Berlins bereitstellten und unter anderem auch für die Lösung der Wohnungsfrage in der DDR von entscheidender Bedeutung waren.
Dazu zählt beispielsweise der VEB Baumechanik in Nieder Neuendorf mit ihren entwickelten Langtransportern und Fahrzeugen für vorgefertigte Bauelemente des Plattenbaus. Am Beispiel der Holzindustrie als Kombinatsbetrieb im VEB Bauelemente und anhand der Geschichte des Ziegeleiwesens wird die Verbindung von Denken und Umsetzung vorgestellt. Die patentierten Ideen mit dem eigens entwickelten Stahl STT 4 des hiesigen Stahl- und Walzwerks für die Produktion sind dafür Beleg.
Der Erfinder und Neuerer Manfred Oecknick, der maßgeblich an einer Neuentwicklung im VEB Bauelementewerk, später Ego-Kiefer, beteiligt war, beantwortet vor Ort auf Wunsch Fragen zu seinem Patent und gibt Einblicke in seine Arbeit beim Bau neuer ummantelter Fenster vor mehr als 30 Jahren. Als einstiger Landmaschinenschlosser aus Mecklenburg kam er 1965 nach Hennigsdorf. Die normalen Holzfenster wurden dank seines Patents präzise mit Plastik ummantelt. Das sparte viel Arbeit und die Holzanstriche. Auch im Modellbau ist Oecknick ein Könner. Zweirädern kann der Senior ebenso nicht widerstehen. Seine Fenster finden sich in manchem Wohnhaus in Hennigsdorf und der früheren DDR.
Auch einige Objekte belebten die Ausstellung, darunter ein Mikroskop aus der Ingenieurschule Hennigsdorf, und zahlreiche Fotos aus den Betrieben veranschaulichen die Produktion. Während eines Rundgangs können sich Interessierte an die Forschenden vom Geschichtsverein Hennigsdorf mit ihren Fragen wenden oder Erkenntnisse beitragen.
Die Ausstellung ist bis zum 15. Oktober zu sehen, immer dienstags von 14 bis 17 Uhr, donnerstags von 10 bis 16 Uhr und sonntags von 14 bis 17 Uhr. Erfinder Oecknick steht am 10., 13., 20. und 27. September sowie am 4. und 11. Oktober - also immer sonntags - für Besucherinnen und Besucher der Schau bereit.