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In Stunden des Abschiednehmens zur Stelle

Datum: 20.08.2026

Ehrenamtliche Hospizbegleiterinnen und -begleiter in Hennigsdorf gesucht

Von einem geliebten Menschen Abschied zu nehmen, ist für viele Angehörige ein tiefgreifender Prozess der Trauer, Erschöpfung und manchmal auch Wut. Angehörige auf diesem letzten Weg zu begleiten und zu beraten, sie mitzunehmen und helfend einzugreifen, um Schwerstkranken oder Sterbenden zur Seite zu stehen, dabei helfen die Frauen und Männer vom Hospizdienst Oberhavel. Seit zehn Jahren unterstützt die Stadt Hennigsdorf den Verein, der in ganz Oberhavel aktiv ist, auch finanziell.

Im vergangenen Jahr suchten 186 Betroffene die Hilfe der Hospizbegleiterinnen und -begleiter. 109 Ehrenamtliche gibt es in Oberhavel, in Hennigsdorf aber nur sehr wenige. Und das, obwohl auch hier im Vorjahr mehr als 40 Menschen die Unterstützung benötigten und nutzten. 27 ambulante Hospizdienste und 15 stationäre Hospize mit rund 170 Plätzen gibt es im Land Brandenburg. Fünf ambulante Dienste und zwei Hospize haben sich auf Kinder und Jugendliche spezialisiert. Das reicht bei Weitem nicht, die Wartelisten sind lang.

Viele Menschen möchten auf ihrem letzten Weg jedoch im heimischen Umfeld verbleiben. Der Hospizdienst Oberhavel setzt dabei auf gute Vorbereitung der Helfenden im Ehrenamt. So werden diese nicht unvorbereitet in ihre Aufgabe entlassen. Wöchentlich erhalten die Interessierten, die ehrenamtlich arbeiten möchten, ein bis zwei Stunden Ausbildung. Bis zu hundert Stunden sind es, die sich mit Themen von Demenz, Trauer über Vorsorgevollmacht und Patientenverfügungen bis hin zu palliativer Versorgung oder Gesprächsführung erstrecken. „Die regelmäßigen Fortbildungen dienen auch dem Austausch der Ehrenamtlichen und gehören zu unserem Angebot automatisch dazu“, fasst Koordinatorin Ines Knospe zusammen.

Sie ist für die ehrenamtlichen Begleiterinnen und Begleiter im Verein mit zuständig und weiß: „Ich darf helfen, ich muss nicht. Es besteht kein Zwang, wir machen das ganz aus freien Stücken und vollster Überzeugung.“ Gern sucht sie im Vorfeld das Gespräch zu Interessierten, die sich mit allen ihren Fragen an sie wenden können.

Inzwischen haben sich in zahlreichen Oberhavel-Kommunen auch Trauergruppen etabliert. Auch im Nachbarschaftstreff in der Nauener Straße 13 bietet Evelyn Meißner ein Trauercafé an.

Die Ehrenamtlichen des Hospizvereins nutzen die gemeinsame Zeit aber auch für Ausflüge und Besuche in Museen oder Einrichtungen. Knospe: „Denn Selbstpflege und Selbstfürsorge dürfen nicht zu kurz kommen. Auch die Pflegestützpunkte werden fachlich beraten. Supervisionen für die Helfenden sind ebenso wichtig, um Erlebtes zu verarbeiten.“

Alle Fragen rund um den ambulanten Hospizdienst in Oberhavel können auch unter info@hospiz-oberhavel.de oder Telefon 03301 207445 beantwortet werden. Interessierte sind vor allem für den Bereich Hennigsdorf sehr willkommen. Jeder, der helfen möchte, sollte sich melden.