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Ein Preisträger mit Familiensinn

Datum: 25.06.2026

Sommerempfang der Stadt Hennigsdorf mit 130 Gästen widmet sich sauberen Themen

Wie sieht eigentlich die Kehrseite von Hennigsdorf aus? Dieser Frage gingen spannende Gesprächspartner und Bürgermeister Thomas Günther auf dem diesjährigen Stadtempfang nach. Beatboxer Brozzy alias Nils Brzoska, der ein ganzes Orchester ersetzte, ließ die rund 130 geladenen Gäste im Sommergarten am Stadtklubhaus schnell in Schwung kommen.

In sommerlicher Atmosphäre und bei knackig-frischen Snacks erfuhren die Gäste viel Neues. Zum Beispiel, dass der Stadtservice Hennigsdorf im Auftrag der Stadt in mehreren Trupps mit acht Fahrzeugen und über 50 Leuten täglich unterwegs ist, um für die Sauberkeit an Banketten, auf Wegen und in Parks zu sorgen. Mit den Coops – die heißen Alan, Nik, Volta, Vani und Lisa – hat die Stadt seit 2018 fröhliche Helfer als Papierkörbe installiert. Die insgesamt 471 Müllsammelbehältnisse, darunter 104 Coops, werden im Jahr insgesamt 65.000 Mal geleert, wusste Geschäftsführer Thomas Weidner zu berichten, und bei Bedarf auch erneuert und ersetzt.

Dass es sauber in der Stadt bleibt, dafür sorgt auch Müllmann Mathias Fenske, der im Auftrag der AWU Velten in Hennigsdorf und Oberhavel seine Touren dreht. Seit 27 Jahren steigt er in sein Müllfahrzeug in Orange und hat dabei schon einiges erlebt. Dass er dabei nur für die Tonne arbeitet, das möchte er nicht gelten lassen. Der gebürtige Hennigsdorfer kennt jede Ecke seiner Stadt und schüttelt manchmal auch mit dem Kopf. „Da geht oft mehr, zum Beispiel wenn man Kartons auseinanderfaltet und nicht im Ganzen in die Tonne oder davorwirft“, schätzt er ein.

Für Beatrix Dietzel, Leiterin der Grundschule Nord, kommt es darauf an, schon die Jüngsten an die Themen Sauberkeit und Nachhaltigkeit heranzuführen. Die Erziehung übernehmen demnach die Kinder dann in ihren Familien. Bei einer großen Müllsammelaktion wurde zuletzt auch der Stadtteil Nord von Papier und Unrat am Wegesrand befreit. 60 Kinder der sechsten Klassen waren beteiligt. „Das ist so wichtig, dass wir schon den Jüngsten zeigen, dass eine saubere Stadt viel schöner ist als Schmutz am Wegesrand“, so Bürgermeister Thomas Günther, der die Aktion sehr lobt und auf weitere dieser Art hofft.

Dann schritt er gemeinsam mit der stellvertretenden Vorsitzenden der Stadtverordnetenversammlung, Beatrix Scheeren, zur Tat. Denn der Stadtpreis 2026 war zu vergeben. Aus 25 Vorschlägen von 28 Personen hatte die Jury drei ausgewählt, die ganz heiß im Rennen lagen. Neben der Tafel, die durch Ehrenamtliche unterstützt immer montags Lebensmittelkisten an mehr als 80 bedürftige Haushalte der Stadt verteilt, war auch die ehemalige Lehrerin und engagierte Ehrenamtliche Renate Fritsch vorgeschlagen worden. Aus dem Nachbarschaftstreff im Albert-Schweitzer-Quartier ist sie nicht mehr wegzudenken, indem sie ihr Wissen an Kinder und Jugendliche weitergibt, die Unterstützung benötigen.

Am Ende aber setzte sich Ricardo Kupka durch. Der 43-jährige Familienvater steht dreimal in der Woche beim FC 98 auf dem Fußballplatz, um die acht- bis neunjährigen Kinder zu trainieren. Und nicht nur diesen trocknet er manche Träne, sondern auch engagierten Eltern und Begleitungen. Mit Herzlichkeit und sehr ambitioniert zeigt der Hennigsdorfer, dass Fußball im Team mehr ist, als den Ball zu kicken. Dafür gab es den Stadtpreis 2026, Blumen und einen Eintrag ins Goldene Buch der Stadt Hennigsdorf. Die 2.500 Euro sollen außerdem eine kleine Motivation sein, so weiterzumachen. „Menschen wie Ricardo Kupka, die nicht viel fragen, sondern anpacken, brauchen wir in Hennigsdorf“, betont Thomas Günther. „Wir können einfach nicht genug davon haben.“

Und auch die besten Radler der Stadt erhielten aus der Hand des Bürgermeisters Urkunden. Sie stehen stellvertretend für die Stadtradel-Aktion 2026. Drei Wochen im Mai sammelten die 845 Teilnehmenden per Rad insgesamt 145.668 Kilometer. So viele wie noch nie! Und sorgen mit eingesparten 24 Tonnen Kohlendioxid für ein besseres Klima in Hennigsdorf.