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Erinnern an die Opfer der Mauer

Datum: 13.08.2026
65 Jahre nach dem Bau der todbringenden Grenzlinie gedenken Hennigsdorfer in Nieder Neuendorf

Mit Blumen und still im Gedenken an die Menschen, die nach dem Bau der Mauer vor 65 Jahren für ihren Willen, in Freiheit leben zu dürfen, starben, kamen am 13. August 2026 an zahlreichen Orten rund um Berlin Familien, Politiker und Vereine zusammen.

Auch in Nieder Neuendorf am Platz der Maueropfer neben dem Grenzturm und am Edelhofdamm in Glienicke wurde an diese 140 Frauen und Männer erinnert. Einer war Michael Bittner, der 1986 nur 25-jährig an der Mauer bei Frohnau in Glienicke erschossen wurde. Seine Mutter kennt bis heute keinen Ort, an dem sie für ihn trauern oder ihn bestatten kann. Für die Stadt Hennigsdorf nahm die stellvertretende Bürgermeisterin Petra Simon an den Feierlichkeiten teil. Auch Kommunalpolitiker und Verwaltungsmitarbeitende aus Reinickendorf, Glienicke sowie dem Landkreis gedachten mit Blumen. Das die 7. Kompanie mit dem Wachbatallion der Bundewehr in Reinickendorf entsandte die Ehrenwache.

Das Grundrecht auf Freiheit zu wahren, daran mahnte auch Hennigsdorfs Stadtverordnetenvorsitzender Michael Wobst in Nieder Neuendorf. Fraktionen und Mitarbeitende der Stadt sowie interessierte Bürgerinnen und Bürger kamen zusammen.

Der Blick zum See am Uferrand ist heute frei und unverstellt. Wo Menschen spazieren gehen, Radfahrer und Boote ihre Runden ziehen und zahlreiche neue Wohnungen entstanden, verlief bis 1989 die Berliner Mauer. Der Grenzturm mit seiner Ausstellung gibt einen Einblick über dieses Kapitel der deutschen Teilung. 

Die Exponate der Schau sind vor allem für die interessant, die sich nicht mehr vorstellen können, dass die Grenzanlagen und das getrennte Berlin mit Anrainergemeinden in Brandenburg das Leben der Menschen von 1961 bis 1989 bestimmten. Die Exponate, die zusammengetragen wurden, geben einen historischen Einblick in die Arbeit der Wachhabenden an der DDR-Grenze. Das Erschütternde und Schreckliche des Ortes wird erfahrbar gemacht, die deutsche Geschichte rückt zum Greifen und Begreifen nah.

Heute sind Mauerbrocken Mitbringsel für Touristen. Überall auf der Welt stehen Teile der Berliner Mauer zur Schau aufgestellt. Die 32 Führungsstellen rund um Westberlin, eine davon in Hennigsdorf, sind verschwunden. 18 Grenztürme gibt es noch in ganz Deutschland. 302 Wachtürme waren es allein einst rund um Berlin.

Zwei Gedenkstelen am Radfernweg in Nieder Neuendorf erinnern an die Dramatik jener Zeit. Eine ist für den gerade 20-jährigen Peter Kreitlow errichtet worden, eine für den damals 24-jährigen Franziszek Piesik. Beide verloren ihr Leben beim Versuch eines Grenzübertritts. Sie stehen für zahlreiche Tragödien entlang der Mauer, die nicht vergessen werden dürfen und Sinnbild für den Freiheitswillen der Menschen sind.