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Bewegende Bilder aus bewegten Zeiten

Datum: 16.10.2026

Eine Mauer aus Licht und Erinnerungen machen Geschichte in Hennigsdorf lebendig

Der 9. November 1989 ist ein Datum, das niemand vergisst. Wahrlich historisch zerbarst mit dem Verlesen einer Notiz in einer Pressekonferenz ein ganzes Kapitel deutscher Nachkriegsgeschichte, um Menschenmassen feiernd in den Folgewochen zu einem neu vereinigten Deutschland zu führen. Mit allen Wehen und Mühen, mit allen Freudentränen und Wiedersehensfeiern. Nun erinnert die Stadt Hennigsdorf an diese wichtige Zäsur in der neueren Geschichte dieses Landes mitten in Europa.

Unter dem Motto „Mauer aus Licht“ und „Friedlich. Frei. Gemeinsam“ wird der Lichtgestalter Henning Schletter gemeinsam mit der Stadt eine eindrucksvolle Installation am Grenzturm in Nieder Neuendorf inszenieren. Der Grenzturm, einer der letzten erhaltenen in Deutschland, wird zum Ort der Erinnerung, der Begegnung und des gemeinsamen Nachdenkens über die Friedliche Revolution und den Mauerfall vor nunmehr 37 Jahren. Damit dringt die Bedeutung des historischen Ortes als Denkmal der deutschen Teilung sichtbar und erlebbar für alle noch einmal ins Hier und Jetzt. Nachvollziehbar auch für jene, die noch nicht geboren oder viel zu klein waren, um bewusst dabei gewesen zu sein.

An drei Abenden, am 6., 7. und 8. November 2026, entsteht rund um den Grenzturm eine besondere Atmosphäre: Licht, Klang und Suchscheinwerfer formen symbolisch eine „Mauer aus Licht“ und erinnern an die Zeit der Teilung ebenso wie an deren Überwindung.

Stimmen von zehn Hennigsdorferinnen und Hennigsdorfern, die die Ereignisse der Friedlichen Revolution persönlich erlebt haben, geben der Installation eine emotionale und authentische Ebene. Deren Erinnerungen – auf die Fassade des Turms projiziert - erzählen von Mut, Hoffnung und dem Wunsch nach Freiheit und Demokratie.„Die Veranstaltung versteht sich bewusst nicht nur als Gedenken an jährlichen Jahrestagen, sondern als lebendiges Zeichen dafür, wie wichtig die Errungenschaften der Bürgerbewegung bis heute sind“, schätzt Stadthistorikerin Dr. Anke Kaprol-Gebhardt ein. Sie erinnert an die Kraft gewaltfreien Handelns und an den historischen Wert der Friedlichen Revolution für das vereinte Deutschland. Die Stadtarchivarin: „Jeder, der neugierig ist, kann sich das ansehen.“Miteinander ins Gespräch zu kommen und den Ort gemeinsam zu erleben, das ist ab 17 Uhr bis 23 Uhr an allen Tagen möglich. Am Freitagabend ist die Premiere der Illumination im Beisein von Bürgermeister Thomas Günther zu erleben. Der Grenzturm wird so an diesen beiden Abenden zu einem offenen Treffpunkt für Austausch, Erinnerung und Begegnung — und zu einem sichtbaren Zeichen für Freiheit, Demokratie und gesellschaftlichen Zusammenhalt.