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Havelbrücke erfolgreich verschoben

Datum: 02.11.2026

Das 600 Tonnen schwere Stahlkoloss wandert unter den Augen vieler Schaulustiger über Straße und Wasser / Verkehr führt noch über die alte Brücke

Spannender als jeder Krimi – Der spektakuläre Transport der neuen Havelbrücke, erst über die Straße und dann über das Wasser, geriet am Wochenende zu einem wahren Medienereignis. TV-Kameras, Reporter und dutzende Zaungäste mit gezückten Handys verfolgten Zentimeter um Zentimeter den Weg der blauen Stahlkonstruktion ans andere Havelufer.

Der Gigant setzte sich vom Festplatz per Selbstfahrlafette mit lenkbaren Achsen und Zwillingsreifen in Bewegung und wurde dann mittels eines Pontons abgestützt über die Havel geschoben. Die Aktion verlief ohne Probleme und war am Sonnabendabend schneller erledigt als geplant, wie das Wasserstraßen- und Schifffahrtsamt Oder-Havel mit Sitz in Eberswalde als Bauträger des Vorhabens informierte.

Bürgermeister Thomas Günther, der selbst staunend auf der Baustelle dabei war, zeigte sich sehr zufrieden: „Das ist ein großer Tag für unsere Stadt. Dieser gelungene Brückenschlag zeigt, dass wir ohne die befürchtete langwierige Sperrung der Brücke unsere Lebensader weiter pulsieren lassen können. Das ist gut für Hennigsdorf und für tausende Pendler, die jeden Tag ohne Umwege zur Arbeit und nach Hause kommen.“

Die Landesstraße 17 zwischen dem Kreisverkehr Neubrück und der Kreuzung Haupt-, Berliner und Ruppiner Straße, die am Wochenende gesperrt war, ist seit 2.11.2026 für den gesamten Straßenverkehr wieder freigegeben.

Bis zum Frühjahr 2027 wird die bisherige Straßenführung für den Verkehr über die alte Brücke beibehalten. Wenn die jetzt montierte Behelfsbrücke als Umfahrung nutzbar ist, soll die Bestandsbrücke daneben abgerissen und die Brückenlager erneuert werden. Danach wird die jetzige blaue Konstruktion einfach quer zu ihrem endgültigen Standort an die Stelle der alten Brücke verschoben. Das umfangreiche „Brücken-Tetris“ soll voraussichtlich Ende 2027 ein erfolgreiches Ende finden.

Insgesamt wird der Bau mit 16 Millionen Euro zu Buche schlagen, die fast ausschließlich vom Bund getragen werden.

Die ersten Brücken in Hennigsdorf wurden 1506 errichtet. Die heutige Spannbetonbrücke entstand 1961 und 62. Sie war ein sogenanntes Versuchsbauwerk der DDR – besonders einfach herzustellen. Mit einer Stützweite von 42 Metern und einer Durchfahrtshöhe von 4,62 Metern ist aber in die Jahre gekommen. 2015 begannen die Planungen für eine neue Brücke. Der Ersatzbau wird eine Durchfahrtshöhe von 5,25 Metern und eine Stützweite von 62 Metern haben.