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Havelbrücke macht sich auf den Weg

Datum: 23.10.2026

Ab 30. Oktober wandert das 600 Tonnen schwere Stahlbauwerk über die Ruppiner Straße und den Kanal

Auf die Nachricht haben die Hennigsdorferinnen und Hennigsdorfer lange gewartet. Der 600 Tonnen schwere Stahlüberbau der Havelbrücke macht sich auf den Weg – zunächst über die Ruppiner Straße und dann über die Havel.

Wie das Wasserstraßen- und Schifffahrtsamt Oder-Havel mit Sitz in Eberswalde als Bauträger des Vorhabens informiert, wird dafür die Landesstraße 17 zwischen dem Kreisverkehr Neubrück und der Kreuzung Haupt-, Berliner und Ruppiner Straße von Freitag, 30. Oktober, 22 Uhr, bis zum 31. Oktober, 5 Uhr, für den gesamten Straßenverkehr gesperrt. Rettungsdienste und Feuerwehren haben Absprachen getroffen, um jederzeit einsatzbereit zu sein und alle Hennigsdorferinnen und Hennigsdorfer - auch in Stolpe-Süd und Neubrück - erreichen und versorgen zu können.

Nach der ersten Nacht ist zunächst Pause, um den weiteren Verschub der Brücke via Ponton und über die Wasserstraße vorzubereiten. In der Zeit von Sonnabend, 31. Oktober, 7 Uhr, bis zum Montag, 2. November, 7 Uhr, soll das Stahlbauwerk dann weiterwandern. Vor Ort erfordert das eine genaue Abstimmung der Gewerke und Firmen, die an diesem spektakulären Unterfangen beteiligt sind.

Schaulustige finden sich am besten am Hafen in Hennigsdorf ein, um die Baustelle zu beobachten. In der Hafenstraße stehen auch kostenfeie Parkplätze in ausreichender Anzahl zur Verfügung. Auch vom Festplatz aus lässt sich ein Blick darauf erhaschen.

Die ersten Brücken in Hennigsdorf wurden 1506 errichtet. Die heutige Spannbetonbrücke entstand 1961 und 62. Sie war ein sogenanntes Versuchsbauwerk der DDR – besonders einfach herzustellen. Mit einer Stützweite von 42 Metern und einer Durchfahrtshöhe von 4,62 Metern ist aber in die Jahre gekommen. 2015 begannen die Planungen für eine neue Brücke. Der Ersatzbau wird eine Durchfahrtshöhe von 5,25 Metern und eine Stützweite von 62 Metern haben. Das neue „Blaue Wunder“, das auf dem Festplatz vormontiert wurde, wird zunächst als Behelfsbrücke fungieren. Der Verschub wird mit Selbstfahrlafette ausgeführt. Das ist ein motorisierter Unterbau, der extrem große Lasten tragen und transportieren kann. Er besitzt 16 bis 30 lenkbare Achsen und Zwillingsreifen.

Während des Verschubs der Brücke ist auch die Wasserstraße komplett gesperrt. Ein Spezialschiff stützt einen Ponton. Von diesem wird die Brücke gelenkt, um sie mit den Rampen zu verbinden. Es folgt der Abriss der Bestandsbrücke, sobald die Behelfsumfahrung nutzbar ist. Erst danach wird die Brücke auf ihren endgültigen Standort verschoben.