Biber feiern in der Manege
90 Jahre Biber-Grundschule Nieder Neuendorf mit Zirkusvorstellung zum Jubiläum
Vorhang auf! Mit Feuershow, Zauberei, aufregenden Fakir-Momenten, Clowns und Trapez-Artistik feierten die Schülerinnen und Schüler und das gesamte Lehrerkollegium den 90. Geburtstag der Biber-Grundschule. Die jungen Artistinnen und Artisten zeigten am Donnerstag, 19. März 2026, ihre vorher angeeigneten Künste im ersten Ostdeutschen Projektzirkus, der extra zum Schuljubiläum sein buntes Zelt in Nieder Neuendorf aufgeschlagen hatte.
Viele Gäste waren gekommen, denn in der Nieder Neuendorfer Schule haben Generationen von Hennigsdorferinnen und Hennigsdorfern ihre ersten Lernschritte gemacht, das Einmaleins und das ABC gelernt. „Hennigsdorf – eine Stadt voller Familiengeschichten, und viele beginnen genau in dieser Schule. Hier kann die Ur-Uma ihrer Ur-Enkelin noch berichten, wie es war, als sie hier selbst als kleines Mädchen zur Schule ging. So eine Tradition ist etwas ganz Besonderes“, sagte Bürgermeister Thomas Günther in seiner Festrede.
Er betonte aber auch, dass die Gründungszeit der Schule in eine sehr schwierige Zeit fiel. 1936 – es war das Olympiajahr in Berlin, es war die Zeit der wehenden NS-Flaggen auf den Straßen. Die Nationalsozialisten waren seit drei Jahren an der Macht, es wurde Jagd auf Juden gemacht. Zahlreiche Menschen hatten Hennigsdorf aus Angst um ihr Leben schon verlassen.
Gebaut werden musste die Schule übrigens seinerzeit, da die Einwohnerzahlen durch den industriellen Boom der Stadt stark anstiegen. Nach dem Krieg dann der Wiederaufbau mit steigenden Schülerzahlen. Die Schule bekam zu DDR-Zeiten den Namen „Otto Nuschke“, dem CDU-Vorsitzenden, der selbst in Nieder Neuendorf lebte. Die Jahre vor der Wende waren allerdings vom Niedergang der Schule geprägt. Im Grenzgebiet zu Westberlin gab es nur noch Kinder für ganze drei Klassen.
Nach dem Mauerfall erlebte Nieder Neuendorf eine neue Blüte, von der die Schule sehr profitierte. Die Schülerzahlen stiegen, die Schule wurde um- und ausgebaut. Große Freude herrschte auch über die neue Turnhalle, die 1998 dazu kam.
Seit 20 Jahren trägt die Schule nun den Namen der fleißigen und gewitzten Baumeister am Nieder Neuendorfer See: den geschützten Bibern. Die fühlen sich am Wasser so wohl, wie die Schülerinnen und Schüler in ihrer Schule. Schulleiterin Daniela Bastian: "Seit 90 Jahren ist die Biber-Grundschule ein Ort des Lernens, der Gemeinschaft und der Zukunft. Mit großem Engagement von Lehrkräften, Eltern und Schülerinnen und Schülern ist hier über Generationen hinweg ein Stück Heimat und Bildung gewachsen – darauf können wir gemeinsam stolz sein."
In ihrem Grußwort erinnerte sie auch an unvergessliche Momente des Zusammenhalts, wie den Wassereinbruch im Keller vor neun Jahren. Alle haben damals mitangepackt und in Gummistiefeln Wasser geschöpft und gepumpt. Das habe das Team noch enger zusammengeschweißt, so Daniela Bastian.
Zu den Vorzügen der Schule gehört zweifelsohne die sportliche Neigung, wie der Biber-Pokal und die Vitrinen füllenden Auszeichnungen zeigen. So wundert es kaum, dass mit Jaron Siewert wahre Bundesliga-Prominenz bei den Bibern zur Schule ging. Der ehemalige Hennigsdorfer Grundschüler machte die Handballer der Füchse Berlin in der vergangenen Saison als Erfolgstrainer zum ersten Mal zum Deutschen Meister.
Auf die digitale Zukunft ist die Schule perfekt vorbereitet, die Ausstattung ist mustergültig, lobte Schulleiterin Daniela Bastian. So läuft – bewacht von Maskottchen Benni Biber - zum 90. Geburtstag der Grundschule vieles so rund wie in der Zirkusmanege zum Schuljubiläum.