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Verdienstmedaille für ein Urgestein der Oberhaveler Musikerszene

Datum: 29.01.2024

Ronny Heinrich in Potsdam geehrt / Umtriebiger Familienmensch freut sich über die besondere Auszeichnung

Nach dem 60. Geburtstag und dem 35-Jährigen der Musikschule Hennigsdorf nun noch ein Orden. Die erste Reaktion von Ronny Heinrich war eher ungläubig, als die Staatskanzlei aus Potsdam anrief. „Da müssen Sie mich verwechseln“, sagte der Leiter der Musikschule und Dirigent des Orchesters „Oranienburger Schloßmusik“, das es seit 1992 gibt. Doch er war gemeint: Mit der Verdienstmedaille des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland, kurz Bundesverdienstkreuz, ehrt Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier ehrenamtlich Engagierte in Anerkennung um die Bundesrepublik Deutschland. Übergeben hat die Medaille Brandenburgs Ministerpräsident Dietmar Woidke am Montag, 29. Januar 2024, in Potsdam. Mit dabei die Familie des Ordensträgers, darunter die Kinder und Ehefrau Kathrin – seit mehr als 50 Jahren an der Seite des Oranienburgers.

Kennengelernt hat sich das Paar schon als Musikeleven in der Kreismusikschule Oranienburg. „Ich habe ihm manchmal geholfen, den schweren Bass zu tragen“, erinnert sich die Violinistin. In diesem Jahr wird Rubinhochzeit gefeiert. Als Erfolgsrezept sieht Konzertmeisterin Kathrin Heinrich vor allem die Authentizität ihres Mannes.

„Das, was er sagt, meint er. Vieles kommt zwar spontan aus seinem Bauch, aber die Treue zu seinem Publikum, zum Orchester und zu hervorragenden Solisten trägt ihn bei allem, was er tut. Das merkt das Publikum, er trifft einfach den Nerv“, schätzt sie ein. Ronny Heinrich kann begeistern. Das 20-köpfige Orchester Ronny Heinrich, wie es heute heißt, hat eine große Fan-Gemeinde quer durch Deutschland. Konzerte sind schnell ausverkauft und sehr beliebt.

Mit Auftritten in Dessau im Mitteldeutschen Theater von Dieter Hallervorden oder im Konzerthaus Berlin geht das Ensemble unter dem Dirigat von Ronny Heinrich immer wieder neue Wege. Sein Glück hat der Kontrabassist, Sänger und Dirigent aber auch in der Musikschule Hennigsdorf gefunden – im Kollegium unter 40 Lehrkräften und mit 1400 Schülerinnen und Schülern vom Kindergarten- bis ins Rentenalter. Immer einen kleinen Witz auf den Lippen nimmt er vieles leicht und von mancher Schulter eine Last. Was ihn umtreibt, das teilt er mit wenigen Vertrauten.

In der Freizeit hat Ronny Heinrich immer eine Melodie im Ohr, die ihn durch den Tag tanzen lässt, eine neue Idee für ein Arrangement oder seine Familie – die drei Enkelkinder sind wie seine Kinder sein großes Glück ebenso das erfüllte Leben der Eltern. „Ronny Heinrich ist immer auf die Sache fokussiert und gibt Menschen und Ideen immer eine zweite oder dritte Chance“, beschreibt sein Stellvertreter in der Musikschule, Manuel Manko. Sein Blick gelte immer den Menschen – dafür schätze er ihn sehr.

"Wenn alle mit ihren Stimmen oder Instrumenten den Ton treffen, dann entsteht etwas, was viel größer ist als die Summe der Einzelteile, dann entsteht Gemeinschaft", sagte Ministerpräsident Woidke zur Preisverleihung. "Er ist ein Macher, jemand, der andere mitzieht und der für seine Musikschule kämpft", schätzt Bürgermeister Thomas Günther an Ronny Heinrich.

Als Kollege in der Stadtverwaltung Hennigsdorf und als Gesprächspartner ist der Leiter der Musikschule beliebt und geachtet. Auch im Verband der Musik- und Kunstschulen des Landes nimmt er kein Blatt vor den Mund. Sympathie für sein Publikum und Tränen der Rührung nach gelungenen Auftritten gehören für den Träger des Bundesverdienstordens dazu – dafür lieben ihn viele Menschen.

Wer Ronny Heinrich mit Operettenmelodien, leichter Klassik oder Musicals gemeinsam mit seinem Orchester live erleben möchte, kann das am 10. April um 20 Uhr im Konzerthaus Berlin, am 3. Mai um 20 Uhr in der Laeiszhalle in Hamburg oder am 12. Mai um 17 Uhr zum Muttertagskonzert im Französischen Dom zu Berlin gern tun. Open Air gibt es das Ensemble am 22. Juni um 19.30 Uhr in der Seniorenresidenz „Louise Henriette von Oranien“ in Oranienburg oder am 7. September um 19 Uhr im Museumshof von Velten.

Welchen Traum Ronny Heinrich noch hat, der sich sehr über die Auszeichnung und die damit einhergehende Anerkennung seiner Leistungen um die Musik freut? „Einmal möchte ich ein Konzert in der Elbphilharmonie in Hamburg dirigieren oder noch einmal in Wien konzertieren, das wäre das Größte.“