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Aufschlag mit Tradition in Hennigsdorf

Datum: 02.07.2026

Tennisclub feiert Hundertjähriges / Bürgermeister Thomas Günther lobt Kinder- und Jugendarbeit

Zu den Vereinen, die dem Sport in Hennigsdorf Leben einhauchen, gehört seit hundert Jahren auch der Tennisclub Hennigsdorf. Zur Feierstunde treffen sich in diesen Tagen ehemalige Aktive, Unterstützer und Vereinsmitglieder. Und auch die Geschichte des Vereins bietet so manche Besonderheit, wie Torsten Pönisch zu berichten weiß. Er hat die hundert Jahre durchblättert und dokumentiert.

Gegründet hat sich der Tennisclub als Betriebssportgemeinschaft der AEG 1926. Die Anlage befand sich am Bahndamm an der Niederneuendorfer Straße, wie Annalen hergeben. Ein Stück entfernt vom heutigen Innovationsforum Hennigsdorf. Die Plätze mussten dem Bau einer Villa weichen, hat Pönisch recherchiert. Namentlich fällt auch Erich Klos auf, der mit viel Liebe und Engagement die Plätze pflegte. Seit 1936 war der bei der AEG, später den LEW (Lokomotivbau Elektrotechnische Werke „Hans Beimler“) angestellt und verstarb 1968.

Später, so berichtet der Projektingenieur, sei ein Umzug in die Edisonstraße erfolgt. Heute hat der Verein mit 220 Mitgliedern seine Heimstatt in der Fontanestraße 170 gefunden. Pönisch arbeitet noch immer bei Alstom, dem AEG-Nachfolgerbetrieb. „Die Vereinsgeschichte weist einige einmalige Begleitumstände auf“, sagt der Tennisfan nach seinen Recherchen der Akten und Tabellen.

Die DDR-Großbetriebe - neben den LEW auch das Stahlwerk – hätten viel Geld für den Sport gegeben. Als die BSG Motor im Jahr 1948 ihr Grundstück erhielt, das 1947 von der Gemeinde an den Betrieb übergeben wurde, sei das nach dem Zweiten Weltkrieg mit der AEG-Enteignung ein großes Glück gewesen. Zur Betriebssportgemeinschaft gehörten auch andere Sektionen wie Leichtathletik, Turnen, Handball, Kegeln, Eishockey oder Fußball und Boxen. 1948 gab es das erste Mal wieder ein Tennisturnier für Betriebsangehörige mit 36 Teilnehmerinnen und Teilnehmern. Balljungen bekamen ab den 1950er-Jahren fünf Mark pro Spieltag.

In der DDR-Männer-Oberliga fanden sich Motor-Spieler aus Hennigsdorf weit vorn. Eine der zehn erfolgreichsten Frauen der DDR-Tennishistorie, die gebürtige Leipzigerin Imgard Jacke, wohnte seit 1953 in Hennigsdorf. Viele kleine Anekdoten sind nun aufgeschrieben und für künftige Generationen bewahrt. Unterstützung gab es auch vom Alstom-Historikerteam und vom Stadtarchiv Hennigsdorf.

1991/92 wurde der Vereinsplatz runderneuert. ABM-Kräfte halfen mit und sorgten für Drainage und Beregnungsanlage. Zwei Flutlichtplätze wurden installiert. „Der Pachtvertrag mit der Stadt und Zuschüsse zu den Betriebskosten sind fast einmalig. Die Berliner Vereine beneiden uns darum sehr“, schätzt der Sportsfreund ein. So sei es noch heute möglich, für einen Jahresbeitrag von 180 Euro jedem Tennisfan die Mitgliedschaft zu ermöglichen. Auf sieben Sandplätzen wird in einem der größten Oberhaveler Tennisvereine trainiert.

Bürgermeister Thomas Günther lobt vor allem die Kinder- und Jugendarbeit im Verein. „Wenn ich 80 Mädchen und Jungen wie der Tennisclub in einem Verein organisiere und ihnen sinnvolle Freizeitmöglichkeiten wohnortnah anbiete, dann ist das auf alle Fälle etwas Besonderes. Die Vereine in Hennigsdorf zu unterstützen, ist uns wichtiges Anliegen. Sport frei! für die Aufschläge der nächsten hundert Jahre!“